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Gedankensplitter - Einzeltext
Stefan Fleischer

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Schau nicht auf unser Versagen?

Schau nicht auf unsere Sünden!

28. Mai 2015

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Dort, wo es in den liturgischen Texten heisst: „Schau nicht auf unsere Sünden“ betete ein Priester jüngst: „Schau nicht auf unser Versagen:“ Das war ganz sicher allerbeste Absicht. Schlussendlich hat der Begriff „Sünde“ heute einen Beigeschmack, der für den modernen Menschen nicht gerade einladend wirkt. Also weicht man auf einen Begriff aus, der „besser verdaulich“ ist. Doch, bedeuten „Versagen“ und „Sünde“ wirklich das Gleiche? Ist ein Versagen bereits eine Sünde? Ist eine Sünde nur ein Versagen? Natürlich kann ein Versagen sündhaft sein und eine Sünde auch Versagen einschliessen. Aber liegt der grundsätzliche Unterschied nicht in der Frage der persönlichen Schuld? Liegt im Austausch der beiden Begriffe nicht die grosse Gefahr, die Schuldfrage zu verharmlosen oder gar auszuklammern? Damit aber spotten wir Gottes Barmherzigkeit. Wo keine Schuld vorliegt, braucht Gott nicht barmherzig zu sein. Gottes schenkt uns seine Barmherzigkeit genau dort, wo uns eine persönliche Schuld belastet. Dieser Schuld aber müssen wir uns bewusst werden, wenn wir diese Barmherzigkeit erfahren wollen. Darum, sprechen wir lieber von Sünde, statt von Versagen. Das ist viel heilsamer.




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