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Geistesblitze - Einzeltext
Stefan Fleischer

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Vertuschung und Barmherzigkeit

und Gottes Gerechtigkeit

30. Oktober 2018
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Hinter den ganzen Vertuschungen etc., welche unsere Kirche heute so sehr belasten, liegt zumindest teilweise auch jene falsch verstandene Barmherzigkeit Gottes, welche dazu führt, dass der ganze Ernst der Sünde – der sexuellen Sünden zuerst, aber auch aller anderen – aus dem Bewusstsein der Gläubigen aller Hierarchiestufen verdrängt, wenn nicht ganz ausgelöscht wird. Denn wenn Gott grenzenlos und bedingungslos verzeiht, warum sollte dann die Kirche dies nicht auch tun?

"Suchet zuerst das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit!" (vgl. Mt 6,33) Erklärt uns Gläubigen wieder, worin diese Gerechtigkeit des Reiches Gottes besteht. Verkündet es wieder von den Dächern, dass Gottes Liebe und Barmherzigkeit diese Gerechtigkeit nicht ausschalten. Sagt wieder deutlich, dass Gott zwar alles verzeiht, aber niemals eine Sünde keine Sünde nennt. Erinnert wieder daran, dass diese Barmherzigkeit Gottes die Einsicht und die Reue voraussetzt, aber auch die Bereitschaft und den Willen zur Umkehr und nicht zuletzt zur Wiedergutmachung. Zeigt wieder auf, dass die bereitwillige Annahme eines gerechten Urteils und der entsprechenden – kirchenrechtlichen wie weltlichen – Strafen zur Wiedergutmachung dazu gehört. Lehrt uns wieder, was es heisst, Sühne zu leisten für unsere Sünden, als Dankbarkeit für die Vergebung. Dann werden wir auch wieder fähig wahre Jünger des Herrn zu sein, welche sein Kreuz für uns nicht ausklammern und es immer auch mit zu unseren Nächsten bringen. (vgl. Predigt von Papst Franziskus nach seiner Wahl an die Kardinäle)


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