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Gedankensplitter - Einzeltext
Stefan Fleischer

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"Viri probati"

Ja, aber!
09. März 2017

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Immer wieder wird heute der Ruf nach „viri probati“ laut. Ich selber würde dies ebenfalls befürworten, allerdings mit einem grossen „Aber“. Es müsste sich bei diesen Männern tatsächlich um „viri probati“, also erprobte Männer, handeln, und nicht einfach um „viri formati“, das heisst Männer mit einer entsprechenden Ausbildung.

Was aber heisst „erprobte Männer“? Aus meiner Sicht sind dies Männer, welche bereits in einem gewissen Alter stehen, vielleicht erst nach der Pensionierung oder kurz zuvor, welche sich in ihrem (weltlichen) Beruf bewährt haben, welche ein vorbildliches Familienleben geführt und sich offensichtlich bemühen, ein Leben aus dem Glauben und eine intensive Gottesbeziehung zu pflegen. Sie müsste in der Treue zu Christus und der Kirche stehen, dienstfertig und nicht eigensinnig sein, „besonnen und nüchtern“ wie Paulus es formuliert. Sie müssten dann selbstverständlich eine entsprechende Ausbildung erhalten. Doch könnte sich diese auf das Notwendigste beschränken, da solche „viri probati“ normalerweise nicht als Pfarrer eingesetzt würden. Ihr Wirkungsfeld wäre zum Beispiel die Alten- und Krankenseelsorge oder anderen Gebiete, für welche den regulären Pfarrern  heute so oft die Zeit fehlt. Eine solche Regelung würde die Gefahr vermindern, dass diese Männer das Priestertum als reine Existenzsicherung oder gar als „Karriereschritt“ suchen. Ein schönes Zeichen für eine solche Berufung wäre z.B. wenn sie dann ihren Dienst so weit als möglich benevol, aus Liebe zu Gott und den Menschen zu versehen bereit wären.

Wenn derart erprobte Männer zum Priester geweiht würden, dann wäre das nicht nur, ja nicht einmal in erster Linie, ein Beitrag gegen den Priestermangel, sondern ein wirksames Mittel der Neuevangelisation, sicher durch ihr Wort, aber zuerst wohl durch ihr Beispiel, für uns Laien, aber auch für die Priester.




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