Gedankensplitter - Einzeltext
Stefan Fleischer

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Glaubst Du an die Vorsehung?  

Zufall oder Vorsehung?

. März 2015

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Eigentlich war der heutige Nachmittag gut geplant. Zwei Arbeiten waren vorgesehen. Die erste Arbeit fiel weg. Die dazu nötigen Informationen trafen nicht rechtzeitig ein. Die zweite ging mir bestens von der Hand, sodass ich mich entschloss, die entsprechenden Sendungen noch heute statt erst morgen auf die Post zu bringen. Dann fiel mir ein, ich könnte noch kurz einen Besuch bei unserem Herrn in Allerheiligsten Sakrament machen. Nach einer kleinen Weile in der Kirche nahm der Sakristan den Staubsauger in Betrieb. Auf dem Rückweg erinnerte ich mich, dass eigentlich die Blume vor der Madonnenstatue im Wohnzimmer ersetzt werden sollte. Also ging ich in ein Geschäft, das am Weg lag. Dort traf ich einen Bekannten. Kurz entschlossen lud ich ihn zum Kaffee ein. Ein halbes Stündchen hatte er, der sonst meist voll ausgelastet ist, Zeit für mich. Es wurde ein interessantes und für mich sehr wertvolles Gespräch.

Wie der Zufall so spielt. Oder hatte da auch die Vorsehung die Hand im Spiel? Wenn ich solche Gedanken äussere, so ernte ich heute meist ein mitleidiges Lächeln. In meiner Jugend war die Vorsehung in Bewusstsein der Gläubigen noch tief verankert. Heute wird sie meist nicht mehr verkündet. Unsere aufgeklärte Welt glaubt lieber an den Zufall. Doch wenn ich auf mein Leben zurück blicke, so gibt es darin sehr viele „Zufälle“, die ich mir rückblickend nicht anders erklären kann, als dass Gott in seiner Weisheit und Allmacht mir dies alles „zufallen“ liess, weil er mich liebt, weil er nur das Beste für mich will.

Vorsehung hat mit Gott zu tun. Also ist sie nur aus dem Glauben heraus erklärbar und erkennbar. Wie alles, was mit Gott zu tun hat, übersteigt sie die Grenzen unseres menschlichen Verstandes, sodass wir immer wieder versucht sind, sie auf den reinen Zufall zu reduzieren. Vielleicht genügt nicht einmal der Glaube um sie zu erfahren. Vielleicht braucht es dazu nicht zuletzt auch die Hoffnung, ein kindliches Vertrauen. Wir müssen und dürfen sie als Teil unserer Gottesbeziehung sehen. Dann sehen wir dahinter auch immer wieder die Liebe Gottes, jene Liebe, die immer für uns und mit uns da ist, ohne unsere Freiheit anzutasten. Wenn wir zu grübeln beginnen, wie das geht, kommen wir nicht weiter. Wenn wir sie einfach an uns herankommen lassen, wenn wir sie dankbar entgegen nehmen, so kann sie unsere Gottesbeziehung sehr bereichern.

Glaubst Du an die Vorsehung? Mein Leben – oder war es die Vorsehung – hat mich gelehrt, daran zu glauben. Das Glück dieses Glaubens wünsche ich allen Menschen, und deshalb bitte ich Gott, er möge unseren Hirten die Einsicht schenken, sie wieder mehr, überzeugt und überzeugend, zu verkünden.



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