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Gedankensplitter - Einzeltext
Stefan Fleischer

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Der Weihnachtsengel

Weihnachten heute
12. Dezember 2017

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Unsere Papeterie hat zurzeit eine Riesenauswahl an Weihnachtskarten. Eine fiel mir sofort auf. „Der Weihnachtsengel“ stand als Überschrift über dem Bild eines geschmückten Tannästchens, an welchem ein Christbaumschmuckengel hing. Ein Kerzlein in der unteren Ecke durfte natürlich nicht fehlen. Auf der Innenseite konnte man lesen: „Der Weihnachtsengel schenke Dir“ und dann eine ganze Liste guter Wünsche.

Der Weihnachtsengel. So kennt ihn die Schrift nicht. Dort gibt es zweierlei. Einerseits ist da der Engel der Verkündigung neun Monate früher. Andererseits sind es die Engel auf dem Feld bei den Hirten. Die Funktion eines hilfsbereiten Schutzengel oder eines gabenbringenden Weihnachtsmannes haben beide nicht. Es sind Verkündigungsengel. Der erste verkündet Maria:  "Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben.“ Er ist gekommen, um Ihr Ja entgegen zu nehmen. Zu Joseph sagt er dann später im Traum: „Sie wird einen Sohn gebären; ihm sollst du den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen.“ Die Engel der Weihnachtsnacht verkünden dann den Hirten „Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Messias, der Herr“.

Ein Engel der kommt und von Sünde redet und von einer Erlösung, der passt nicht mehr in die Weihnacht von heute. Stellen wir uns einmal vor, er würde auch noch von Kreuz und Auferstehung sprechen! Ich habe manchmal das Gefühl, damit käme er sogar in unseren Kirchen an die falsche Adresse. Und bei mir? Habe ich selber den ganzen Ernst dieses Geheimnisses begriffen?


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