Vernachlässigte Aspekte - Einzeltext
Stefan Fleischer

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Der zeigt nur wenig Liebe 

Lk 7,47

  Von der Sündenvergebung

06. Dezember 2015
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„Deshalb sage ich dir: Ihr sind ihre vielen Sünden vergeben, weil sie (mir) so viel Liebe gezeigt hat. Wem aber nur wenig vergeben wird, der zeigt auch nur wenig Liebe.“

 
Wenn von der Barmherzigkeit Gottes die Rede ist, dann wird oft und gerne die Geschichte von der Begegnung unseres Herrn mit der Sünderin angeführt. Alle vier Evangelisten erzählen sie. Doch nur Lukas erwähnt diese Aussage unseres Herrn. Vielleicht deshalb wird sie gern vergessen. Mir aber scheint sie sehr wichtig. Es geht um das Verhältnis von Liebe und Barmherzigkeit.

Früher sprach man oft von der zur Vergebung notwendigen Reue. Als vollkommen bezeichnete man eine Reue aus Liebe zu Gott, als unvollkommen eine aus Furcht vor der Strafe. Die Behauptung: „Gott straft nicht.“ hat die unvollkommene Reue zum Verschwinden gebracht. Dagegen wäre nicht viel einzuwenden, wenn dadurch die Liebesreue neu entdeckt, eindringlicher verkündet und bewusster gelebt würde. Leider ist das Gegenteil eingetreten. Man bemühte sich, den Menschen die Angst vor Gott zu nehmen, und warf damit die Gottesfurcht über Bord. Doch die Schrift sagt: „Anfang der Weisheit ist die Gottesfurcht, / die Kenntnis des Heiligen ist Einsicht.“ (Spr 9,10) Die Kenntnis des Heiligen aber führt zur Liebe zu diesem Heiligen, unserem Gott. In dieser Gottesliebe werden wir uns dann nicht nur unserer Sünden so recht bewusst, sondern auch der Liebe und der Barmherzigkeit Gottes. Ich würde sagen; je mehr wir Gott lieben und je mehr wir ihm unsere Liebe in der Reue zeigen, umso besser können Gottes Liebe, seine Barmherzigkeit und damit seine Vergebung bei uns ankommen.

Diese Schriftstelle will uns also hinführen zur vollkommen, zur Liebesreue. Eine solche Reue hat keine Angst vor Gott. Sie fürchtet nur, sich dieser Liebe nicht würdig zu erweisen.

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