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Gedankensplitter - Einzeltext
Stefan Fleischer

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Das Christentum und das Kreuz

Ein Pradigmawechsel?


9. Juli 2015

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Auf eine Pressemeldung, wonach in China christliche Pfarreien gezwungen wurden das Kreuz von ihren Kirchen zu entfernen, weil diese sonst abgerissen worden wären, reagierte eine Kommentator mit der Bemerkung: „Wenn die Kreuze entfernt werden müssen, dann sollen auch die Kirchen entfernt werden, denn das Kreuz ist die Kirche.“ Darüber lässt sich streiten, besonders wenn man so „fern vom Geschütz“ lebt, wie wir hier in Europa. „Seid klug wie die Schlangen und arglos wie die Tauben“ rät uns der Herr. An was mich diese Bemerkung aber sofort erinnerte, war ein Satz unseres Heiligen Vaters aus seiner Predigt an die Kardinäle kurz nach seiner Wahl: „Wenn wir nicht mit dem Kreuz Christi zu den Menschen kommen, sind wir keine Jünger des Herrn"

In unserer westlichen Welt werden die Kreuze auf den Kirchen noch nicht entfernt. Dass dies eines Tages unter der Flagge von „Toleranz“ oder „Nichtdiskriminierung“ nicht auch gefordert werden wird, ist auf alle Fälle nicht auszuschliessen. Schlimmer jedoch scheint mir, dass die Verkündigung bei uns heute, in Wort und Tat, in der Homilie und der Katechese, sich - je länger je mehr - vom Kreuz distanziert, unsere Erlösung durch den Opfertod Christi teils sogar offen leugnet, und dementsprechend für den Opfercharakter der Heiligen Messe höchsten noch ein müdes Lächeln übrig hat. Es ist dies die Folge eines schleichenden Paradigmawechsels. Nicht mehr Gott steht im Zentrum, sondern der Mensch, nicht mehr das ewige Heil, sondern das irdische. Oder wie es ein Spötter sagte: "Heute dreht sich sogar im Gottesdienst alles nur noch um den Menschen.



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