Vernachlässigte Aspekte - Einzeltext
Stefan Fleischer

Alle Texte sind im Menu links aufrufbar

„Wer bin ich, dass ich richte?“

  Jak 4,12
 
Doch wer ist der Richter?

04. März 2018
Gedanken-
splitter Archiv

Aphorismen
Gedanken-
splitter

vernachlässigte Aspekte
vernachlässigte Aspekte Archiv
Weihnachts-
geschichten






Nur einer ist der Gesetzgeber und Richter: er, der die Macht hat, zu retten und zu verderben. Wer aber bist du, dass du über deinen Nächsten richtest?

Das Wort unseres Heiligen Vaters ging um die Welt. „Wer bin ich, dass ich richte?“ Schade, dass dabei immer wieder vergessen wurde, den Bezug zur Schrift anzugeben. Schade auch, dass Papst Franziskus offensichtlich voraussetzte, dass seine Zuhörer die Heilige Schrift so gut kennen, dass ihnen dabei auch der erste Teil dieses Verses einfallen würde: „Nur einer ist der Gesetzgeber und Richter: er, der die Macht hat, zu retten und zu verderben.“

So aber wurde seine Aussage nicht selten dahingehend interpretiert, das Gewissen des Einzelnen sei der einzige und letztendlich entscheidende Richter über das Tun und Lassen, das Denken und Reden des Menschen. Jakobus aber lehrt, dass es über dem Gewissen noch einen höheren Richter gibt, Gott, der auch derjenige ist, der die Gesetze geschaffen hat, und dementsprechend diese auch unfehlbar interpretieren kann.

Natürlich muss der Mensch seinem Gewissen folgen. Er hat aber auch die Pflicht, sein Gewissen sorgfältig zu schulen und im konkreten Einzelfall sich ernsthaft zu bemühen, den Willen Gottes zu kennen und richtig zu verstehen. Hier genauer auf die Details einzugehen würde zu weit führen. Wer aber diese Stelle im Jakobusbrief ernst nimmt, wird dabei niemals Gott (und die von ihm mit dem Lehramt ausgestattete Kirche) ausblenden. „Niemand ist Richter in seinem eigenen Fall!“ Sich auf einen Gewissensentscheid berufen kann man nur, wenn man absolut sicher ist, sich dafür vor Gott, seinem höchsten und allwissenden Richter verantworten zu können. Dieser akzeptiert zwar begründete Entschuldigungen, aber keine faulen Ausreden.


******



Home
weitere Texte
Archiv
nach oben