Vernachlässigte Aspekte - Einzeltext
Stefan Fleischer

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Goss Öl und Wein in seine Wunden 


Lk 10,33-34


Barmherzigkeit ist
 

9. Februar 2015
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Dann kam ein Mann aus Samarien, der auf der Reise war. Als er ihn sah, hatte er Mitleid, ging zu ihm hin, goss Öl und Wein auf seine Wunden und verband sie. Dann hob er ihn auf sein Reittier, brachte ihn zu einer Herberge und sorgte für ihn.

Von dieser Stelle der Schrift muss man wohl niemandem sagen, zu welchem Gleichnis sie gehört. Aber wahrscheinlich nur wenige haben sich schon einmal überlegt, weshalb wohl nicht einfach steht: „Er hatte Mitleid, verband seine Wunden, hob ihn auf sein Lasttier ….“ Auch ich kam erst auf diese Frage, als ich jüngst einmal auf eine scheinbar harmlose Wunde ein Pflaster klebte, und am nächsten Tag feststellen musste, dass sich darunter Eiter gebildet hatte. Mein schönes Pflaster war also gut gemeint, aber falsch, weil ich zu bequem war, die Wunde vorher sorgfältig zu reinigen.

Man darf sich also ruhig fragen, ob Christus mit der ausführlichen Beschreibung des ganzen Ablaufs uns nicht auch daran erinnern wollte, dass es bei jeder Form der Barmherzigkeit nicht einfach darum geht, ein noch so gutes und schönes Pflaster auf die Wunde zu legen, dass es ohne die Reinigung der Wunde keine Heilung, kein Heil geben kann. Und ist es dann abwegig daraus zu schliessen, dass es auch bei der Barmherzigkeit mit den Sündern, im aktuellen Kontext z.B. mit den zivil wiederverheirateten Geschiedenen, immer zuerst darum gehen muss, die Wunde zu reinigen, bevor wir sie verbinden?

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