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Gedankensplitter - Einzeltext
Stefan Fleischer

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Ziel oder Folge?

Eine bessere Welt

03. Juni 2018
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Eine bessere Welt. Das scheint die Quintessenz der modernen Verkündigung zu sein. Und dazu kommt: Das können wir schaffen, wenn vielleicht auch nicht sofort, so doch irgendwann, wenn nur alle mitmachen. Doch zweitausend Jahre Christentum haben diesbezüglich nicht sehr viel gebracht. Die Welt hat sich zwar verändert, aber nicht wesentlich verbessert.

Auch in der Schrift, so wie ich sie verstehe, finden sich keine solche Thesen. Im Gegenteil. Je mehr ich sie lese, desto mehr bestätigt sich mir meine Ansicht: Eine bessere Welt hier und jetzt ist nicht das Ziel des Christentums, sondern eine Folge davon. So wie der Wellenschlag am Ufer nicht das Ziel einer Schifffahrt ist, sondern die Folge davon, so sind auch die Wirkungen des Christentums in dieser Welt nicht das Ziel, sondern eine Folge, eine Folge, welche um so wirksamer ist, je besser wir als Christen "in Fahrt" sind, hin zu unserer ewigen Heimat und je genauer wir uns dabei an jene Route halten, die uns Gott im Kommen seines Sohnes in diese Welt vorgezeichnet hat.

Was einer heilen Welt hier und jetzt entgegen steht ist die Sünde. Es ist das besser wissen wollen, was gut und was böse ist, bis hin zur offenen Auflehnung gegen die Gebote Gottes, welche ja nicht anderes sind als die Seekarte, welche uns hilf, den Untiefen und Klippen dieser Welt auszuweichen. Aus der Sünde auszubrechen, das aber können wir nicht allein. Dazu ist Christus Mensch geworden und hat am Kreuz die Welt wieder mit Gott versöhnt. An uns ist es, als – wenn nötig immer wieder – Erlöste unseren Weg durch diese Welt zu gehen. Je mehr wir aber sind auf diesem Weg und je besser wir ihn gehen, desto mehr wird unser "Wellenschlag" auf diese Welt wirken, andere, die sich hier gemütlich eingerichtet haben, aufwecken und anspornen sich mit uns auf den Weg zu machen, bis wir schlussendlich alle das ewige Heil erreichen.

Gott ist Liebe. Gott ist aber auch Gerechtigkeit. Wie genau das zusammenspielt, das übersteigt unseren menschlichen Verstand. Eine Fixierung auf das eine und eine Vernachlässigung oder gar Leugnung des anderen ist immer gefährlich. Es hindert uns, nach bestem Wissen und Gewissen unseren Weg an seiner Hand zu gehen, nötigenfalls immer wieder umzukehren zu ihm mit einem ehrlichen "Vater, ich habe gesündigt" auf den Lippen, und so voll Vertrauen auf das zuzugehen, was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat.





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